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An(ge)dacht
 

Monatsspruch Oktober

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl.

Jer 29,7

Sprechzeiten der Kanzlei

Dienstags 10-12°°
15-17°°
Donnerstags 10-12°°
Freitags 10-12°°

Sprechzeit von Pfarrer Tobias Sommer

dienstags 16°° - 18°°
oder jederzeit nach Terminabsprache

An(ge)dacht

 JA, NEIN, VIELLEICHT?                                     von Tobias Sommer
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Habe Sie sich schon mal überlegt, was passieren würde, wenn Sie ab sofort zu allem nur noch JA sagen könnten? In dem Film „Der Jasager“ mit Jim Carrey geht es um einen unglücklichen Mann, der sich nach einem Motivationsseminar den Schwur gibt, nicht mehr „NEIN“, sondern zu allem „JA“ zu sagen. Und tatsächlich kommt es durch diese konsequent lebensbejahende Einstellung zu unerwarteten aber guten Wendungen in seinem Leben. Der Gedanke ist erschreckend einfach: statt NEIN, einfach JA sagen. Ein kleines Wort – und schon öffene sich plötzlich Türen, die bisher verschlossen blieben. Natürlich ist das nur ein Film, aber erkenne ich mich da nicht auch selbst wieder? Wie ich doch auch häufig eher etwas verneine, als es zu behjahen. Viel zu oft finde ich Gründe, die mir erlauben, ein Angebot oder eine Anfrage abzulehnen. Dabei gibt es ja immer auch Situationen, in denen ich gar nicht ander kann, als Ja-Sagen, zum Beispiel wenn ich in die Schule komme, oder wenn ich plötzlich auf fremde Hilfe im Alter angewiesen bin. Von den den Schulanfängern kann man was lernen: freudiges JA-Sagen zu dem, was ich eh nicht ändern kann. Erste Übung für die Eltern ist dann, JA dazu zu sagen, dass das eigene Kind jetzt beginnt eigene Wege zu gehen.

JA-Sagen ist jedoch keine Allheilmittel. Im Film „Der Jasager“ funktioniert es nur solange, bis herauskommt, dass das JA nicht freiwillig, sondern aufgrund eines Schwurs gegeben wurde. Zu allem „JA und Amen“ zu sagen, führt dazu, dass erst meine Mitmenschen, später ich mir selber nicht mehr trauen kann. Sage ich, was ich meine? Kann man sich auf mein Wort verlassen? Jesus sagt in der Bergpredigt: „Euer JA sei ein JA und euer NEIN ein NEIN.“ Damit will er deutlich machen, dass es nicht mehr braucht, als ein klares JA oder ein klares NEIN, um vertrauensvoll miteinander umzugehen. Kein Schwur, keine Beweise, keine langen Erklärungen, aber auch kein unentschiedenes Jein, mit dem man sich alle Optionen offen hält, braucht es darüber hinaus. Klingt erschreckend einfach. Es ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer von Vertrauen geprägten Beziehung. Ein Kind würde nie auf die Idee kommen zu antworten: „Vielleicht gehe ich morgen zum ersten Schultag in die Schule. Mal sehen.“ Die Freiheit unseres Lebens wird allzuoft leifertig damit verwechslt, sich immer alles offen halten zu müssen. Vertrauen ist eine Lebensgrundlage, ohne die ich ins bodenlose zu stürzen drohe.

Im Film entsteht erst wieder Vertrauen, als aus dem selbst auferlegten JA, ein freies JA wird. Und zu einem freien JA gehört notwendig auch ein freies NEIN. Auf beides muss verlass sein, damit Vertrauen und dadurch Versöhnung geschehen kann. „JA, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.“ Zu diesem JA hat Paulus gefunden, ein JA zu Gott, der mich mit seiner Zuwendung überhaupt erst in die Lage versetzt, mutig und trotz aller Unsicherheiten ein JA oder NEIN zu finden. Denn Gott ist in jedem JA und jedem NEIN da, das ich aus ganzem Herzen sprechen, ob auf dem ersten Weg in die Schule oder den letzten Wegen des Lebens. Gott ist es, dem ich vertrauen kann, weil er sich mit mir versöhnt hat.

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