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An(ge)dacht
 

Monatsspruch Oktober

Wie es dir möglich ist:
Aus dem Vollen schöpfend -
gib davon Almosen!
Wenn dir wenig möglich ist,
fürchte dich nicht,
aus dem Wenigen Almosen zu geben!

Tob 4,8

Öffnungszeiten der Kanzlei

Dienstags 10-12°°
15-17°°
Donnerstags 10-12°°
Freitags 10-12°°

Sprechzeit von Pfarrer Tobias Sommer

dienstags 16°° - 18°°
oder jederzeit nach Terminabsprache

Informationen

An(ge)dacht

                                                                                                  von Tobias Sommer
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Von Zeit zu Zeit erhalte ich Briefe von einem Gemeindeglied. Darin teilt er mit mir Gedanken über den Glauben und richtet Segenswünschen an mich, meine Familie und unsere Kirchgemeinde. Den Auszug eines seiner Briefe und meine Antwort möchte ich (auch im Einverständnis mit meinem Wohltäter) mit Ihnen teilen.

Lieber Herr Pfarrer!
Endlich mal einer, der nicht ständig an der Gemeinde rummeckert, einer, der für seine Gemeinde dankt, sich wirklich freut und positiv über sie denkt. Einer, der seiner Gemeinde Gutes wünscht und im Gebet für sie einsteht – Paulus! Davon sollten wir uns eine Scheibe abschneiden. Wann hast du das letzte Mal zum Ausdruck gebracht, dass du deine Gemeinde liebst? Öffentlich? Siehst du überhaupt die guten Seiten deiner Gemeinde, oder bist du so auf ihre Fehler fixiert, dass du dich gar nicht mehr über sie freuen kannst? Es ist ein Geschenk Gottes, dass wir eine Gemeinde haben. Vielleicht wäre es auch für uns an der Zeit, das Lager oder wenigstens die Sichtweise zu wechseln: vom Kritiker zum Liebhaber der Gemeinde. Übrigens: Sei froh, dass deine Gemeinde nicht perfekt ist, sonst wärst du nämlich mit deinen Fehlern nicht willkommen! Mit diesen Gedanken grüße ich Sie verbunden mit herzlichen Segenswünschen. Ihr H.

Lieber Herr H.,
ich danke Ihnen von Herzen für ihre Segenswünsche und den Gedankenanstoß. Ich gebe zu, dass es auch mir manchmal schwerfällt, meine Gemeinde zu lieben. Manche Tradition, von der ich glaube, dass sie dem Aufbau der Gemeinde eher im Weg steht, als dient. Mancher Streit, den ich nicht verhindern kann. Auch das eigene Gefühl, nicht zu genügen bzw. nur zu verwalten oder abzubauen, schwächt meine Liebe. Gleichzeitig erlebe ich aber in Gesprächen und Begegnungen, dass unsere Gemeinde trotz all dieser menschlichen Mängel ein Ort des Segens ist. Ein Ort, an dem Menschen sich angenommen fühlen, ihren Glauben und ihren Zweifel zum Ausdruck bringen können und Zuspruch in bestimmten Lebensphasen erfahren. Wie aber, kann ich meine Liebe zeigen, wenn ich das entdeckt habe? Ich könnte öffentlich und in Gesprächen häufiger sagen, dass ich dankbar bin für das, was da ist. Dem Ärger und der Unzufriedenheit keinen Platz einräumen. Warum sollte denn meine Gemeinde, mein Kirchenvorstand, mein Pfarrer besser sein als ich? Gut, dass Sie mich da auf den Apostel Paulus verweisen, der an seine Gemeinde in Philippi schreibt: „Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke, für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tag bis heute. Ich bin darin guter Zuversicht, dass derjenige, der das gute Werk in euch angefangen hat, es auch vollenden wird.“ (Phil 1,3ff.) Ja! Ich liebe meine Gemeinde und alle Menschen darin mit allen ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten, mit all ihrer Treue und Hilfsbereitschaft. Und ich danke Gott, dass es sie gibt. In dieser Freude im Herrn verbunden grüße ich Sie herzlich.

Ihr Pfarrer Tobias Sommer.

Telefon (03774) 62017
Telefax (03774) 645067
Mail: kg.gruenhain@evlks.de

Ev.-Luth. St-Nicolai-Kirchgemeinde Grünhain
Markt 1
08344 Grünhain-Beierfeld